Die Wahl der richtigen Beute ist eine der ersten und zugleich folgenreichsten Entscheidungen für angehende Imkerinnen und Imker. Anders als bei vielen anderen Anschaffungen lässt sich eine einmal getroffene Wahl später nur mit Aufwand wieder ändern – Rähmchen, Mittelwände, Ersatzzargen und oft auch die Ausstattung des Imkervereins richten sich nach einem bestimmten Maß. Wer hier von Anfang an überlegt entscheidet, erspart sich später viel Ärger. Dieser Ratgeber gibt einen Überblick über die gängigen Beutentypen und Rähmchenmaße und zeigt, worauf es bei der Auswahl wirklich ankommt.
Magazinbeute: der Standard in der modernen Imkerei
Die weit überwiegende Mehrheit der Imkerinnen und Imker in Deutschland arbeitet heute mit der sogenannten Magazinbeute. Dabei werden mehrere Zargen – also offene, mit Rähmchen bestückte Kästen – übereinandergestapelt. Das System ist flexibel: Je nach Volksstärke und Jahreszeit lässt sich die Beute durch Aufsetzen oder Wegnehmen von Zargen erweitern oder verkleinern. Wer bei Null anfängt, sollte sich zunächst mit dem grundsätzlichen Aufbau einer Magazinbeute vertraut machen, bevor die Frage nach dem passenden Maß überhaupt relevant wird. Einen guten Einstieg in die komplette Grundausstattung bietet unser Ratgeber Imkern anfangen: Die richtige Ausrüstung.
Die gängigen Rähmchenmaße im Überblick
Innerhalb der Magazinimkerei haben sich in Deutschland und international mehrere Rähmchenmaße etabliert. Sie unterscheiden sich vor allem in der Größe der Wabenfläche und damit im Platzangebot für Brut und Futter.
Zandermaß
Das Zandermaß ist in Deutschland das am weitesten verbreitete Format und in vielen Regionen – auch bei uns in Mittelfranken und der angrenzenden Oberpfalz – der faktische Standard. Es bietet ein gutes, ausgewogenes Verhältnis zwischen Brutraumgröße und Handhabbarkeit der Waben und wird von den meisten Herstellern für Beuten, Rähmchen und Mittelwände bedient.
Deutsch Normal (DN)
Das Deutsch-Normal-Maß ist das traditionsreichste deutsche Rähmchenmaß und vor allem mit der klassischen Hinterbehandlungsbeute verbunden, wie sie besonders in Bayern noch verbreitet ist. Hinterbehandlungsbeuten werden von hinten bearbeitet, ohne dass Zargen abgehoben werden müssen – ein Vorteil beim Arbeiten, allerdings mit etwas kleinerer Wabenfläche als beim Zandermaß.
Dadant
Das Dadant-Maß zeichnet sich durch einen deutlich größeren, hohen Brutraum aus, der oft in nur einer Zarge Platz für ein komplettes Brutnest bietet. Es wird gerne von Imkerinnen und Imkern gewählt, die mit möglichst wenig Eingriffen und großen, ungeteilten Brutwaben arbeiten möchten.
ZaDant (Zander-Dadant)
Eine gerade bei uns in Franken und Nordbayern beliebte Kombination ist die ZaDant-Beute. Sie verbindet den großen, ungeteilten Brutraum nach Dadant-Vorbild mit dem regional weit verbreiteten Zandermaß im Honigraum. So nutzt man die Vorteile eines ruhigen, brutraumstarken Systems, ohne die Kompatibilität zu vorhandener Zander-Ausstattung wie Honigschleudern und Rähmchen aufzugeben – ein guter Mittelweg für alle, die sich am regionalen Standard orientieren möchten. Passende ZaDant-Beuten und -Zubehör führen wir im Laden; sprechen Sie uns einfach an.
Langstroth
Das international am häufigsten genutzte Maß stammt ursprünglich aus den USA und gewinnt auch hierzulande an Bedeutung, unter anderem weil viele Betriebsweisen, Fachliteratur und importierte Ausrüstung darauf ausgelegt sind. Für Einsteiger ohne bestehende Vereins- oder Nachbarschaftsbindung ist es eine mögliche, aber in unserer Region noch weniger verbreitete Option.
Holz oder Styropor: die Bauform der Beute
Neben dem Rähmchenmaß stellt sich die Frage nach dem Material der Beute selbst. Klassische Holzbeuten sind robust, langlebig und atmungsaktiv, verlangen aber etwas mehr Pflege. Beuten aus Hartschaum (häufig als Styroporbeute bezeichnet) sind deutlich leichter und isolieren besser gegen Kälte, was besonders im Winter und Frühjahr das Brutklima im Volk unterstützen kann. Beide Bauformen haben ihre Anhänger, und beide sind in Kombination mit den oben genannten Rähmchenmaßen erhältlich. Einen Überblick über verfügbare Beuten und Zubehör finden Sie in unserer Produktkategorie Beuten.
Warum regionale Kompatibilität so wichtig ist
So unterschiedlich die Systeme im Detail auch sind – keines davon ist grundsätzlich besser als ein anderes. Entscheidend für Einsteiger ist stattdessen die Frage, welches Maß in der eigenen Region und im eigenen Imkerverein üblich ist. Das hat mehrere handfeste Gründe: Honigschleudern und andere Gemeinschaftsgeräte im Verein sind meist auf ein bestimmtes Rähmchenmaß ausgelegt. Auch der Kauf oder Tausch von Ablegern und Wirtschaftsvölkern – mehr dazu in unserem Ratgeber Bienenvolk kaufen – ist deutlich einfacher, wenn das eigene Beutensystem zu dem der umliegenden Imkerinnen und Imker passt. Gebrauchte Beuten, Ersatzrähmchen oder ausgeschleuderte Waben lassen sich innerhalb des Vereins oder der Nachbarschaft nur dann unkompliziert übernehmen, wenn die Maße übereinstimmen. Wer sich für ein in der eigenen Region kaum verbreitetes System entscheidet, steht am Ende oft allein da – ohne Austauschmöglichkeiten und mit einer eingeschränkten Auswahl an passendem Zubehör vor Ort.
Entscheidungshilfe für Einsteiger
Bevor eine Kaufentscheidung fällt, lohnt sich ein Blick auf folgende Fragen:
- Welches Maß nutzen die Imkerinnen und Imker in meinem Verein oder in meiner näheren Umgebung überwiegend?
- Von wem beziehe ich voraussichtlich meine ersten Völker oder Ableger, und welches Maß haben diese?
- Möchte ich eher mit vielen kleineren Zargen arbeiten (Zander, DN) oder mit weniger, dafür größeren Brutraumeinheiten (Dadant, ZaDant)?
- Ist mir das geringere Gewicht und die bessere Isolierung einer Styroporbeute wichtig, oder bevorzuge ich die klassische Holzbauweise?
Diese Fragen lassen sich am besten im Gespräch klären – sei es im Imkerverein, im Bekanntenkreis oder bei einer fachkundigen Beratung.
Beratung vor Ort statt Zufallskauf
Gerade weil die Wahl der Beute eine langfristige Weichenstellung ist, empfehlen wir Einsteigern ausdrücklich, sich vor dem Kauf persönlich beraten zu lassen, statt allein nach Online-Bildern zu entscheiden. In unserem Fachgeschäft in Münchaurach zeigen wir die verschiedenen Beutentypen und Maße im Original, erklären die Unterschiede in der Praxis und beziehen dabei auch mit ein, welche Systeme in der Region rund um Erlangen, Nürnberg-Nord und Neumarkt/Oberpfalz gebräuchlich sind. Wer den Einstieg zusätzlich fachlich fundiert angehen möchte, findet in unserem Imkerkurs Imkern lernen praxisnahe Unterstützung für die ersten Schritte.
Vereinbaren Sie gerne einen Termin für eine persönliche Beratung – Anfahrt und Öffnungszeiten finden Sie auf unserer Anfahrtsseite. Das gesamte Sortiment an Beuten und Zubehör können Sie vorab in unserem Online-Shop ansehen und anschließend bequem im Laden abholen.
Hinweis: Dieser Ratgeber wurde mit KI-Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung von uns fachlich geprüft und freigegeben. Wie unsere Texte entstehen.
