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Bienenschwarm einfangen: Ruhig und sicher vorgehen

Ein Bienenschwarm, der sich an einem Ast oder Zaunpfahl sammelt, wirkt für Laien bedrohlich – für erfahrene Imker ist er dagegen eine der schönsten Gelegenheiten des Bienenjahres. Wer weiß, wie man ruhig und methodisch vorgeht, kann einen Schwarm meist ohne Probleme einfangen und in eine neue Beute überführen. Dieser Ratgeber zeigt Schritt für Schritt, worauf es ankommt.

Warum Bienen überhaupt schwärmen

Ein Schwarm entsteht, wenn sich ein Volk teilt: Die alte Königin verlässt mit einem großen Teil der Arbeiterinnen den Stock, während im Ursprungsvolk eine neue Königin heranwächst. Meist geschieht das in den Wochen der Volksentwicklung im Mai und Juni, wenn Platzmangel oder Weiselzellenstimmung das Volk zur Teilung drängen. Ein frisch hängender Schwarm ist zunächst erstaunlich ruhig, weil sich die Bienen vor dem Ausflug mit Honig vollgesogen haben – genau dieser Zustand macht das Einfangen vergleichsweise ungefährlich.

Ruhe bewahren – der wichtigste Faktor

Der entscheidende Punkt beim Schwarmfangen ist Gelassenheit. Bienen in einer Schwarmtraube sind in aller Regel deutlich friedfertiger als ein aufgestörtes Volk in der Beute, weil sie kein Brutnest und keinen Vorrat zu verteidigen haben. Hektische Bewegungen, Erschütterungen oder lautes Klopfen an der Traube sollten trotzdem vermieden werden. Wer ruhig arbeitet, wenig Rauch einsetzt und dem Schwarm Zeit lässt, hat die besten Chancen, ihn vollständig und unbeschadet einzufangen.

Die richtige Ausrüstung fürs Schwarmfangen

Bevor es losgeht, sollte die Ausrüstung griffbereit sein – ein spontaner Anruf, dass irgendwo ein Schwarm hängt, lässt selten Zeit für Vorbereitung. Sinnvoll ausgestattet ist, wer Folgendes im Auto oder Imkerkeller bereithält:

  • Eine stabile Transport- oder Ablegerbox mit Rähmchen, in die der Schwarm eingeschlagen werden kann
  • Passende Schutzkleidung: Schleier und möglichst Handschuhe, gerade bei Schwärmen unbekannter Herkunft
  • Eine Leiter, sofern der Schwarm höher hängt, sowie eine Astschere für dünnere Zweige
  • Ein großes Tuch oder einen stabilen Karton als Behelfslösung, falls kein direktes Einschlagen möglich ist
  • Eine leere Beute mit Rähmchen für die spätere Einlogierung zu Hause

Wer seine Grundausstattung erst zusammenstellt, findet eine Übersicht dazu auch im Ratgeber Imkerei-Ausrüstung für Einsteiger.

Schritt für Schritt: So fangen Sie den Schwarm ein

Hängt der Schwarm günstig an einem dünnen Ast, lässt er sich meist direkt über der Box abschütteln: Ast leicht anheben oder abschneiden, dann kräftig und mit einem Ruck über der offenen Box schütteln, sodass die Traube größtenteils hineinfällt. Die Box wird anschließend locker abgedeckt und in der Nähe des ursprünglichen Standorts leicht erhöht aufgestellt. Nachzügler und der Duft der bereits eingeschlagenen Bienen locken den Rest des Schwarms in den folgenden Stunden meist von selbst nach.

Sitzt der Schwarm an einer Mauer, einem Zaun oder einem dickeren Ast, hilft oft nur, ihn vorsichtig mit einer Feder, einem weichen Besen oder den Händen in die Box zu kehren beziehungsweise zu schöpfen. Wichtig ist dabei vor allem, die Königin nicht zu verletzen – sitzt sie sicher in der Box, folgt ihr der Rest des Schwarms zuverlässig nach. Ob die Aktion geglückt ist, zeigt sich meist rasch: Laufen die Bienen ruhig mit erhobenem Hinterleib in die Box ein, statt wieder auszufliegen, ist die Königin in der Regel mit dabei.

Schwärme in großer Höhe, in Kaminen, Rollladenkästen oder anderen schwer zugänglichen Stellen sind eher ein Fall für erfahrene Imker oder den örtlichen Imkerverein – hier überwiegt das Risiko häufig den Nutzen eines Alleingangs.

Einlogieren in die neue Beute

Zu Hause angekommen, sollte der Schwarm möglichst zügig, spätestens aber am Folgetag, in eine vorbereitete Beute umgesiedelt werden. Bewährt hat sich, die Box am Abend vor dem Flugloch auszuschütten oder die Bienen direkt über ein Einlaufbrett einlaufen zu lassen. Ein bis zwei Mittelwände oder Rähmchen mit Anfangsstreifen reichen als Baurahmen zunächst aus, ein gut versorgter Schwarm baut in den ersten Tagen erfahrungsgemäß zügig aus. Nach etwa einer Woche lohnt sich eine erste vorsichtige Kontrolle, ob die Königin mit dem Eintragen begonnen hat und die Waben ordentlich ausgebaut werden.

Da eingefangene Schwärme unbekannter Herkunft auch einen erhöhten Varroa-Befall mitbringen können, ist eine Kontrolle in den Folgewochen sinnvoll. Hinweise zum passenden Zeitpunkt gibt der Ratgeber Varroa-Behandlung: wann ist der richtige Zeitpunkt? – konkrete Dosierungen entnehmen Sie stets der Packungsbeilage des jeweils zugelassenen Mittels.

Bezug zur Schwarmverhinderung: Ableger bilden statt Schwärme jagen

Wer regelmäßig hinter Schwärmen herlaufen muss, sollte grundsätzlich über Schwarmverhinderung nachdenken. Der zuverlässigste Weg dazu ist die planmäßige Ablegerbildung: Werden einem Volk rechtzeitig vor der Schwarmzeit Raum, Brut und ein Teil der Bienen entnommen, sinkt der Schwarmtrieb spürbar – die Vermehrung findet dann kontrolliert am eigenen Bienenstand statt und nicht am Nachbarzaun. Ein selbst eingefangener Schwarm lässt sich im Übrigen genauso gut zu einem vollwertigen Volk weiterentwickeln, wenn er ausreichend stark ist.

Wann Sie den Schwarm besser melden oder abgeben

Nicht jeder gefundene Schwarm muss selbst eingefangen werden. Wer keine eigene Imkerei betreibt oder sich die Aktion nicht zutraut, ist gut beraten, den örtlichen Imkerverein oder die Feuerwehr-Leitstelle zu informieren – viele Vereine führen Listen mit Imkern, die Schwärme gerne übernehmen. Grundsätzlich gilt: Ein herrenloser Schwarm darf von demjenigen eingefangen werden, der ihn zuerst verfolgt; hängt er bereits sichtbar im Stand eines anderen Imkers, sollte vorher Rücksprache gehalten werden.

Fazit

Mit Ruhe, der richtigen Ausrüstung und einem klaren Ablauf lässt sich ein Bienenschwarm in den meisten Fällen sicher einfangen und erfolgreich einlogieren. Wer die Ursache – den Schwarmtrieb – dauerhaft in den Griff bekommen möchte, kommt an regelmäßiger Ablegerbildung nicht vorbei.

Sie stehen zum ersten Mal vor einem hängenden Schwarm oder möchten Ihre Ausrüstung fürs Schwarmfangen auffrischen? In unserem Fachgeschäft in Münchaurach beraten wir Sie gerne persönlich zu Transportkisten, Schutzkleidung und passenden Beuten. Wer das Imkern von Grund auf lernen möchte, findet im Kurs „Imkern lernen“ praxisnahe Unterstützung.

Hinweis: Dieser Ratgeber wurde mit KI-Unterstützung erstellt und vor der Veröffentlichung von uns fachlich geprüft und freigegeben. Wie unsere Texte entstehen.

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